Vorgeschichte

Das Gebiet der heutigen Gemeinde Adlkofen war vor 200 Jahren noch stark zersplittert. Deutenkofen, Göttlkofen, Günzkofen und Stallwang waren Hofmarken, ab 1808 Patrimonialgerichte genannt, deren Einwohner keiner staatlichen Behörde unmittelbar unterstanden. Erst nach der Revolution 1848 wurden sie Untertanen des Königs von Bayern. Bis dorthin waren die jeweiligen adeligen Hofmarksherrn nicht nur die Eigentümer der Anwesen in ihrem Gerichtsbezirk, sondern sie übten für die Einwohner die Polizeigewalt aus, waren Notare, Richter und Bürgermeister. Am 11. Januar 1849 mussten die Bauern und Söldner von Deutenkofen, Weihern, Mühlmann, Kalteneck, Brunn, Blumberg und Unterbirnkofen sowie der Haider von Baumgarten, der Hager und der Niklbauer von Birnkofen nach Landshut gehen, um dort vor dem Landrichter einen Treueid auf den König von Bayern zu leisten. Gräben und Hauslehen gehörten zur Hofmark Stallwang.

Wann die Günzkofner und die Göttlkofner dieser staatsbürgerlichen Pflicht genügten, ist nicht bekannt.

Damals gab es auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Adlkofen 297 landwirtschaftliche Anwesen verschiedener Größe. Einige Häusler und Söldner konnten ihren Lebensunterhalt durch ein Handwerk oder eine Krämerei aufbessern. Nur 29 Familien besaßen Privateigentum an Grund und Boden. Die größten freien Bauern waren der Kessler von Reichlkofen, die Kinibauer von Untermusbach, der Unterkühbuchner, der Bartl von Obermusbach, der Kögl von Oberpettenbach und der Harbecker von Sittlkofen.

Die übrigen 268 Anwesen waren von den Grundherren auf Erb- oder Leibrecht an Bauern, Söldner bzw. Häusler verliehen worden. Das Erbrecht konnte an die Nachkommen ohne Weiteres weitergegeben werden; das Leibrecht galt rechtlich nur so lange der Inhaber lebte, wurde aber in der Praxis immer erneuert. Die mit jeder Besitzveränderung verbundenen Gebühren verteilte man in der Regel auf 30 Jahresraten, die man Laudemien nannte.

Einen gewissen Vorteil hatten die 18 Bauern, denen der Herzog, später der Kurfürst und nach 1806 der König ihre Höfe als Beutellehen verliehen hatte. Sie mussten keine laufenden Abgaben entrichten, sondern nur, wenn der Landesfürst starb, was man den Fürstenfall nannte, oder wenn der sog. Mannfall eintrat, d.h. beim Tod des Bauern. Auch der Graf von Preysing vergab hier gelegentlich Beutellehen, z.B. in Wölflkofen, allerdings nur bis 1808.

Die Rechtsform der Freistift, bei der der Inhaber binnen Jahresfrist vom Hof verjagt werden konnte, kam bei uns nur für die Mesner vor. Pächter gab es nicht.

Die 268 sog. gebundenen Anwesen verteilten sich auf 64 Obereigentümer, darunter 23 adelige, 19 geistliche und 4 bürgerliche. Der Kurfürst bzw. König besaß 18 Höfe. Zu den adeligen Hofmarken Deutenkofen gehörten 36, zu Göttlkofen 26 und zu Günzkofen 20 Anwesen.

Der zweitgrößte Grundherr war aber bis 1848 der Pfarrer von Adlkofen, denn er war der Obereigentümer von 31 Anwesen, auch wenn 8 davon der Filiale Frauenberg, 6 der Filiale Günzkofen, ein Hof der Kirche Harskirchen und einer der Sebastianibruderschaft gehörten. Der Pfarrer verwaltete sie alle. Der Pfarrer von Reichlkofen verfügte dagegen nur über zwei Sölden, nämlich den Wenter von Wollkofen und den Josen von Reichlkofen, dessen Eigentümer allerdings die Allerseelenbruderschaft war. Besser war der Benefiziat von Jenkofen ausgestattet, dessen Benefizium 11 Anwesen umfasste.

Für die 213 Anwesen, die nicht zu einer Hofmark gehörten, wurde schon im 15. Jahrhundert eine Vorform der späteren Gemeinden eingerichtet. Sie wurden in sog. Obmannschaften gegliedert mit je zwei Obmännern an der Spitze, die für zwei Jahre gewählt wurden. Sie bestimmten u.a. mit, ob sich jemand ansässig machen durfte, nahmen Beschwerden gegen die Obrigkeit entgegen, sammelten in Kriegszeiten Mannschaften, Kriegsgerät, Fahrzeuge und Geld. Auch riefen sie die Leute zum Scharwerk. Die Gemeinde Adlkofen war auf die Obmannschaften Günzkofen (bis 1470 Adlkofen), Ried, Hundspoint, Helmsdorf, Hohenegglkofen, Frauenberg und Reichersdorf aufgeteilt.