Warnwert überschritten: Landkreis Landshut erlässt Allgemeinverfügung

Warnwert überschritten!

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Warnwert überschritten: Landkreis Landshut erlässt Allgemeinverfügung

Nach einer nicht genehmigten Oktoberfest-Party in Bodenkirchen ist die Zahl der neu gemeldeten Corona-Infektionen im Landkreis Landshut in den vergangenen Tagen nach oben geschnellt.

Aus diesem Grund hat der Landkreis Landshut eine Allgemeinverfügung erlassen, die weitere Einschränkungen für die Bevölkerung vorsieht. Die Allgemeinverfügung tritt um Mitternacht in Kraft und gilt somit ab Freitag, 16. Oktober 2020, 0.00 Uhr. Sie wird noch um die heutigen Kabinettsbeschlüsse ergänzt, sobald diese in Kraft getreten sind.

 

Bei Nicht-Einhalten dieser Allgemeinverfügung wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, das mit Geldbußen bis in den fünfstelligen Bereich geahndet werden kann.

 

Für Fragen zur Allgemeinverfügung hat der Landkreis Landshut ein Bürgertelefon eingerichtet – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen unter Tel. 0871 408-1800 zur Verfügung. Das Bürgertelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 16.00 Uhr besetzt, am Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr.

 

Die durch die 7. Bayerische Infektionsschutzverordnung gesondert geregelten Bereiche (beispielsweise in Bezug auf Gottesdienste, Sport, Freizeiteinrichtungen oder Kulturstätten) sind nicht davon betroffen. Die Einreise-Quarantäne-Verordnung des Bayerischen Gesundheitsministeriums gilt ebenfalls fort. Der Parteiverkehr am Landratsamt wird derzeit noch nicht eingeschränkt – die Besucher müssen aber verpflichtend eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

 

Eine Ausweitung der Vorgaben der Allgemeinverfügung ist nicht auszuschließen, erklärt Landrat Peter Dreier: „Wir beobachten die Situation genau, aber die Tendenz ist weiter steigend. Vor allem, weil noch einige Testergebnisse von Kontaktpersonen ausstehen. Deshalb müssen wir alle Maßnahmen ergreifen, um die Zahl an Neuinfektionen eindämmen zu können. Unsere Kontaktermittlungs-Teams arbeiten am Anschlag, um schnellstmöglich die Kontaktpersonen zu finden, in häusliche Quarantäne zu überstellen und weitere Tests zu veranlassen.“ Deshalb appelliert der Landrat nochmals an die Bevölkerung, sich an weiter an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten und keine großen Feste, Veranstaltungen oder Partys zu veranstalten oder zu besuchen. „Der Fall in Bodenkirchen zeigt, welch enorme Auswirkungen solch eine Veranstaltung haben kann.“  

 

Zu den bekannten rund 20 Infektionen, die ihren Ursprung wohl in einer nicht genehmigten Feier Anfang Oktober in Bodenkirchen haben, sind derzeit noch keine weiteren hinzugekommen. Es stehen aber noch einige Tests aus, heißt es vom Staatlichen Gesundheitsamt.

 

Stand heute (15. Oktober 2020) liegt die Zahl der Indexfälle (aller labortechnisch nachgewiesener Corona-Infektionen seit Mitte März) bei mittlerweile 1 421. Zeitgleich konnten aber einige Betroffene aus der Häuslichen Quarantäne entlassen werden (insgesamt 1 282). Damit sind aktuell 96 laufende Covid-Infektionen in der Region bekannt. Die Betroffenen leben in der Stadt Landshut, Pfeffenhausen, Neufahrn, Bayerbach, Hohenthann, Essenbach, Ergolding, Altdorf, Niederaichbach, Tiefenbach, Kumhausen, Kröning, Aham, Gerzen, Schalkham, Buch, Vilsbiburg, Bodenkirchen, Neufraunhofen, Velden und Wurmsham.

 

Die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Patienten in den regionalen Krankenhäusern ist weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau: Auf den Normalstationen sind, neben einer täglich stark schwankenden Zahl von Verdachtsfällen, drei infizierte Personen isoliert. Derzeit muss kein Infizierter intensivmedizinisch betreut werden (Stand: 15.10.2020, 10.00 Uhr – aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens kann es stets zu Veränderungen der einzelnen Werte kommen).